Abkühlung in den Bergen – Minca

Nach unserer Zeit an den karibischen Stränden in Palomino und Tayrona bzw. Taganga und Playa Concha war wieder einmal eine kühlere Gegend angesagt. Diese Abkühlung haben wir im kleinen Bergort Minca gefunden, der nur etwa 40 min Busfahrt von Santa Marta entfernt liegt und bei vielen internationalen Reisenden sehr beliebt ist. Dementsprechend gibt es auch eine große Auswahl an Unterkünften, wir haben das Hostel „Rio Elemento“ gewählt, weil es uns von Ilona (mit der wir bei der Salzkathedrale in Zipaquira waren – Danke Ilona!) empfohlen wurde. Uns hat (wie auch ihr) der 30 Meter lange Pool super gefallen, zudem gibt es einige normalgroße und auch übergroße Hängematten am Gelände verstreut. Und dass das Hostel etwas außerhalb des Ortes liegt, war für die Nachtruhe sehr positiv, damit es aber auch nicht langweilig wird, hat an einem Abend eine kolumbianisch-venezolanische Band wirklich gute Musik gemacht.

Unsere beiden Tage in Minca waren sehr verregnet, aber die Zeit dazwischen haben wir für verschiedene kurze Wanderungen genutzt. Gleich am ersten Tag waren wir bei den Pozos azules, kleinen Becken eines Baches mit Wasserfällen dazwischen, in denen man schwimmen kann … oder sich wie wir die Füße abkühlt, weil das schon eisig genug war! Die Abkühlung war auch notwendig, vor allem auch deshalb, weil wir nicht den „üblichen“ Weg vom Ort gegangen sind, sondern dem gutgemeinten Tipp unserer Rezeptionistin vertraut haben. Daher hatten wir zwar eine spannende Wanderung mit viel schöner Natur und einigen sehr wackeligen Bachüberquerungen auf Brücken aus Bambusrohren, aber mussten viele Male nach dem Weg fragen, da es nicht ganz so eindeutig war. Als Belohnung für dieses Abenteuer sind wir dann bei „El Arca Minca“ eingekehrt, einem kleinen Kiosk, der von einem Schweizer Pensionistenehepaar betrieben wird und echt geniale Cookies und Brownies hat!

Am nächsten Tag haben wir dann den etwa dreistündigen Aufstieg zur „Casa Elemento“ in Angriff genommen. Dieses Partnerhostel von unserer Unterkunft liegt auf einem Berg und bietet neben Drinks, Zimmern und Hängematten eine tolle Aussicht runter auf Santa Marta. Dabei hatten wir auch wirklich Glück, da die Sicht auf Santa Marta klar war, während in allen anderen Richtungen dichter Nebel und Regenwolken hingen.

Zu Minca selbst können wir sonst nicht recht viel sagen, es gibt eine kleine Kirche, ein paar kleine Geschäfte, eine französische Bäckerei mit gutem Schokoladenbrot und ein paar Restaurants. Dementsprechend waren wir nach den zwei Tagen auch schon wieder bereit für die Weiterreise in die Küstenstadt Cartagena, unseren letzten Stopp in Kolumbien.

 

Tipps & Hinweise

  • Transport:
    • Minca erreicht man bequem mit dem Minibus von Santa Marta (8.000 COP pro Person, ca. 40 min, Abfahrt rund um den Markt also etwa Carrera 9/Calle 11 sobald ein Minibus voll ist).
  • Minca:
    • Wir haben im Hostel „Rio Elemento“ gewohnt und können es (obwohl es auch hier etwas in unser Zimmer geregnet hat) wirklich empfehlen – sowohl Pool, Lage als auch das Personal waren super. Wir haben dort keine Mahlzeiten gekauft, da sie uns teuer vorkamen, stattdessen die (leider nicht so gut ausgestattete) Outdoor-Küche fleißig genutzt. Gebucht haben wir das Zimmer über Booking.com*.
    • Zum Essen können wir in Minca „La Miga Panaderia Francesa“ (französische Bäckerei, direkt im Ort) sowie „El Arca Minca“ (Kiosk von Schweizern betrieben, hausgemachte Mehlspeisen, am Weg zwischen Minca und den Pozo azules) empfehlen. In einigen Lokalen bekommt man Tagesmenüs zu fairen Preisen.
    • Die Natur rund um Minca bietet sich für Wanderungen an. Wir waren bei den Pozo azules (Schwimmsachen mitnehmen) und bei der Casa Elemento (schöner Ausblick, Hängematten, unbedingt zeitig in der Früh machen, da dann die Chance auf einen klaren Blick besser ist), außerdem gibt es noch z.B. Kakao- und Kaffee-Farmen mit Führungen.

Weitere Fotos von unseren Reisen findet ihr auf Instagram: www.instagram.com/longtaimliklik

* Falls ihr bei Booking.com eine Reise mit einem Wert von mind. 30 Euro bucht, könnt ihr euch über den oben angegebenen Link eine Gutschrift über 15 Euro holen. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von der Webseite, weil wir euch empfohlen haben.

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Rund um Santa Marta

Nach unserem leider nicht durchführbaren Trip in den Nordosten von Kolumbien und dem Tagestrip in den Tayrona Nationalpark haben wir die Küstenstadt Santa Marta und deren durchaus abwechslungsreiche Umgebung besucht – wobei uns, kurz zusammengefasst, die Umgebung deutlich besser gefiel als die Stadt selbst. Hier einmal Teil 1, der zweite Teil mit einem Bericht über den schönen Ort Minca in den Bergen nahe Santa Marta folgt dann in Kürze.

Santa Marta

Vom Tayrona Nationalpark kommend ist der Bus beim Markt in Santa Marta stehen geblieben, da war es schon am dunkel werden. Wir sind dann etwa 15 bis 20 Minuten durch die noch immer sehr geschäftigen Straßen mit unzähligen kleinen Verkaufsständen, hupenden Taxis und Bussen zum Hotel am Rande der Innenstadt gegangen. Nach dem Einchecken wollten wir eigentlich noch eine größere Runde durch die nächtliche Altstadt spazieren, aber bereits beim Verlassen unseres Hotels hat ein richtiger Wolkenbruch eingesetzt, der hier an der Karibikküste im Oktober/November anscheinend öfters vorkommt – die Tage zuvor hatten wir in Palomino ähnliche Erlebnisse. Hier in Santa Marta war der Regen an diesem Abend so stark, dass einige der Straßen überflutet waren und eher Bächen als Straßen glichen. Und dennoch hatte dieser Regen für manche Menschen etwas Gutes: Ein paar sehr innovative ältere Männer haben in bachähnlichen Straßenzügen Brücken aus Holzpfosten oder mehreren großen Steinen gebaut und für die Überquerung durch Fußgänger einen kleinen Wegzoll verlangt.

Unsere abendliche Runde hat sich somit eher kurz gestaltet, nicht weit weg vom Hotel sind wir in das Ikaro Cafe eingekehrt und haben dort ein gutes vegetarisches Abendessen genossen. Christoph war sehr erfreut, dort endlich eines der Craft Biere der Region zu kosten. Das „Happy Tucán“ der Brauerei Nevada Cerveceria ist ein Red Ale Irish und trotz seines hopfigeren Geschmacks für Christoph zu wenig hopfig – für Christoph liegt es nach dem BBC Monserrate Roja und dem Poker (billiges, aber süffiges Lager-Bier) wohl an dritter Stelle im Kolumbien-Bier-Ranking.

Am nächsten Morgen sind wir dann bei strahlendem Sonnenschein nochmals durch die Altstadt spaziert und haben schon ein paar halbwegs schöne Ecken gefunden, etwa den Parque de los Novios, ein paar alte Kirchen und Häuser im Kolonialstil mit grünen Innenhöfen und Überresten von ein paar hundert Jahren alten Kanonen, den Stadtstrand (leider mit Frachthafen dahinter) oder eine kleine Straße mit viel Streetart. Trotz allem hat uns diese Ortschaft nicht wirklich gefallen, weshalb wir bereits vormittags unsere Rucksäcke vom Hotel abgeholt und weiter zum Hippie- und Aussteigerstrand Taganga gefahren sind.

Taganga

Während der Strand von Rodadero südlich von Santa Marta den Ruf eines „luxuriöseren“ Urlauberstrandes hat, gilt Taganga etwa 5 km nördlich von Santa Marta als Hippie- und Aussteigerstrand. Wir haben uns dort jedenfalls wohl gefühlt und sind gleich drei Nächte geblieben, was einerseits sowohl am netten und günstigen Quartier bei einem hier hängen gebliebenen Südtiroler mit gutem Frühstück (Obstsalat mit Schokodrops!) als auch an den schönen Stränden und Bademöglichkeiten gelegen ist.

Neben dem Strand direkt in Taganga ist auch ein Spaziergang in Richtung der benachbarten Strände schön (rechts vom Hauptstrand dem kleinen Weg folgen). Da wir allerdings erst nachmittags in diese Richtung losgegangen sind und der Besitzer unserer Unterkunft gemeint hat, dass ab 16 Uhr dort kaum mehr unterwegs ist und wir daher früher zurückkommen sollten, haben wir es bei einem kleinen Spaziergang mit Ausblicken auf die Bucht von Taganga und den von drei Seiten mit Bergen umschlossenen ehemaligen Fischerort belassen. Stattdessen haben wir dann den Sonnenuntergang am Strand in Taganga genossen – bei schönem Wetter sehr romantisch, da die Sonne direkt ins Meer versinkt!

Einen Tag hat Christoph mit seinem in Papua-Neuguinea begonnen Hobby Tauchen verbracht. In Taganga gibt es sicher viele Tauchschulen, Christoph ist durch Zufall bei Oceano Scuba Diving gelandet und hat mit ihnen zwei Tauchgänge an der etwas windgeschützten Westseite der „Isla de La Aguja“ unternommen. Es hat ihm sehr gut gefallen, v.a. die kleinen Gruppen (1. Tauchgang mit 2 Dive Masters und 4 Tauchgästen, 2. Tauchgang mit 1 Dive Master und 2 Tauchgästen) und die professionelle und freundliche Betreuung sowie der Snack zwischendurch auf einer kleinen Plattform mit einem Dach aus Naturmaterialien direkt auf einer Felsinsel im Tauchgebiet haben den Preis jedenfalls gerechtfertigt. Das Highlight waren u.a. ein beeindruckender, aber auch giftiger Feuerfisch (engl. lionfish) sowie zwei ebenso giftige Steinfische.

Einen anderen Tag haben wir einen Tagesausflug zum Playa Concha, der schon Teil des Tayrona National Parks ist, unternommen.

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Playa Concha

Playa Concha ist ein Strand, der am westlichen Ende des Tayrona Nationalparks liegt. Um den Strand zu erreichen, sind wir zuerst mit Bussen nach Bastidas gefahren. Dort haben uns gleich nach dem Aussteigen Motorrad- und Autofahrer mit Angeboten umringt – wir waren zwar schon vorgewarnt, aber dennoch eine etwas stressige Situation. Wir haben uns für einen Geländewagen für die Hinfahrt zum Strand entschieden, der nach kurzer Zeit voll gefüllt war. So sind wir dann ca. 20 Minuten lang in engen Kontakt mit einer kolumbianischen Großfamilie gekommen, da wir insgesamt 10 Fahrgäste uns auf die 6 vorhandenen Sitze quetschen mussten – der Fahrer hat nur gemeint, das gehört zum richtigen Erlebnis dazu.

Am Strand angekommen haben wir zunächst einmal die große Bucht mit weißem Sandstrand und superklarem Wasser bewundert – wirklich schön, aber ein großer Teil war mit Plastiksesseln unter gespannten Planen belegt, die den fast ausschließlich kolumbianischen Touristen gegen Bezahlung Schatten bieten (und atmosphärisch noch weniger hergibt als Liegen und Sonnenschirme an italienischem Stränden). Wir haben uns dann für einen Schattenplatz unter einem der Bäume entschieden (hinter den „Zelten“ gibt es genug Platz, ebenso auf dem anderen Ende der Bucht). Das große Plus unseres Platzes war, dass nach kurzer Zeit ein gut 1 Meter langer Leguan gemächlich durch den Sand spaziert und danach auf einen der benachbarten Bäume rauf geklettert ist – unsere erste Sichtung dieses für Kolumbien durchaus typischen Wildtiers.

Unter den Bäumen waren wir zwar etwas abseits des Getümmels, dennoch kamen auch hier immer wieder Verkäufer vorbei, die uns (verhältnismäßig teuer, weil Monopol) Eis, Getränke, Mittagessen sowie Schnorchelausflüge angeboten haben. Da wir uns im Supermarkt in der Stadt gut ausgerüstet hatten, haben sie mit uns kein Geschäft gemacht.

Für die Rückfahrt am Nachmittag haben wir uns dann ein Motorrad mit Fahrer für jeden von uns organisiert, was deutlich mehr Platz bedeutet hat – welche der Varianten die bessere war, können wir aber angesichts der rumpeligen und zum Teil schlammigen Straße nicht wirklich sagen. Beim Motorrad mussten wir zumindest nicht auf andere Mitfahrer warten, günstiger war es zudem auch. Und wenn nicht wie bei Christophs Fahrer mitten in der Strecke das Benzin ausgeht, ist das Motorrad auch etwas schneller als das Auto unterwegs …

Insgesamt war es ein schöner Ausflug, auch wenn die Anreise etwas mühsam ist und der Strand am Wochenende (wir waren an einem Samstag dort) ganz schön voll ist. Leider achten nicht alle Besucherinnen und Besucher auf die Umwelt und so haben wir neben unserem Platz unter den Bäumen im Sand nicht nur Plastikteile und Zigarettenstummel, sondern auch Glasscherben gefunden.

Tipps & Hinweise

  • Transport:
    • Santa Marta ist sowohl mit dem Flieger wie auch mit dem Bus gut erreichbar – mehr dazu in unserem Beitrag über unsere Anreise nach Palomino.
    • Der Busterminal für weitere Strecken in Santa Marta ist etwas außerhalb der Stadt, die lokalen Busse etwa zum Tayrona Nationalpark (7.000 COP pro Person, ca. 40 min), nach Palomino (12.000 COP pro Person, ca. 1,5 Stunden) oder nach Minca (8.000 COP pro Person, ca. 40 min) fahren rund um den Markt (also etwa Carrera 9/Calle 11) weg. Der Bus zum Küstenort Taganga (1.600 COP pro Person, zwischen 15 und 30 min je nach Verkehr) bleibt entlang je nach Bedarf der Passagiere zum Ein- und Aussteigen stehen, wir sind in der Carrera 5 auf Höhe des Supermarkts Exitó bei der Calle 20 eingestiegen, da das sehr nahe zu unserem Hotel war.
  • Santa Marta:
    • Gebucht haben wir ein Zimmer im Hotel „El Reposo Suite“ auf Booking.com* im Bus auf der Fahrt vom Tayrona Nationalpark nach Minca aufgrund der zentralen Lage und des Preises. Die Zimmer haben zwar nur Fenster in einen (oben abgedeckten, daher sehr dunklen) Lichtschacht und sind auch relativ klein, aber für eine Nacht war die zentrale Lage für uns wichtig, damit wir die Altstadt zu Fuß erkunden konnten. Und das Frühstück im Hotel war zudem auch ok.
    • Abendessen waren wir im Ikaro Cafe (Calle 19 zwischen Carrera 3 und 4) und können es wirklich empfehlen, auch wenn es sicher nicht das günstigste Lokal in Santa Marta ist – gutes (auch vegetarisches) Essen, gute Getränke, freundliche Bedienung, Bezahlung mit Kreditkarte ohne Aufschlag.
  • Taganga:
    • Gewohnt haben wir im „My dream house Taganga“, das ein Südtiroler nach Jahren des Reisens aufgemacht hat. Es ist zwar nur klein (3 Zimmer), aber der Besitzer hat viele Tipps und bietet um 7.000 COP pro Person ein gutes Frühstück an. Zudem haben alle Zimmer eine Klimaanlage (bei der Hitze dort empfehlenswert!) und es gibt einen Patio mit Hängematten. Für 20.000 COP kann man Waschmaschinen-Ladung Wäsche waschen. Gefunden haben wir diese preisgünstige Unterkunft auf Booking.com*. Achtung: Gebt bei der Buchung unbedingt die voraussichtliche Ankunftszeit an, damit der Besitzer dann da ist – haben wir nicht gemacht, weshalb wir zwei Stunden mit unserem Gepäck warten mussten.
    • Direkt neben dem Hostel gibt es die Pizzeria Garibaldi, die zu einem fairen Preis gute Pizzen serviert. Leider haben wir zu spät die Happy-Hour-Cocktail-Aktion bemerkt.
    • Außerdem sind mittags die Restaurants in den Hütten direkt am Strand zu empfehlen, wobei uns vorkommt, dass man weiter nördlich bessere Preise bekommt. Auch abends gibt es an der Strandpromenade reichlich zu Essen und Trinken, z.B. frisch gepresste Fruchtsäfte oder Arepas bei kleinen Ständen oder sehr gute und in der Happy hour auch günstige Cocktails in der Heladeria (Eisgeschäft).
    • Es gibt in Tagang unzählige Tauchshops. Christoph hat beim Oceano Scuba Dive Center für zwei Tauchgänge (inkl. kompletter Ausrüstung, Jause dazwischen, Kleingruppe mit englischsprachigem Dive Master) 200.000 COP bezahlt. Bei anderen Tauchschulen kommt man vielleicht etwas günstiger, aber hier hat haben Service und Qualität jedenfalls gepasst, zudem werden auf der Flickr-Seite der Tauchschule von jedem Tauchausflug  Unterwasserfotos veröffentlicht!
  • Playa Concha:
    • Mit dem öffentlichen Bus bis zur Endstation Bastidas (steht am Schild in der Windschutzscheibe, 1.600 COP an Werktagen, 1.700 an Sonn- und Feiertagen, wir haben den Bus in Santa Marta in der Nähe des Marktes in der Calle 11 zwischen Carrera 9 und 10 aufgehalten). In Bastidas warten bereits zahlreiche Motorrad- und Taxisfahrer, die voller Energie und Emotionen ihre Dienste anbieten (8.000 bis 10.000 COP pro Person, ca. 7 km bzw. 15 bis 20 min, nicht asphaltierter, stellenweise sehr schlammiger Weg).
    • Eigentlich wäre am Playa Concha ein Eintritt von 5.000 COP zu bezahlen, da er Teil des Tayrona Nationalparks ist. Die meisten Fahrer nehmen aber einen Weg am Eingang vorbei und direkt zum Strand, wo man dann keinen Eintritt bezahlt.
    • Am Strand kann man sich schattige Plätze unter Planen mieten und Eis, Getränke, Mittagessen sowie Schnorchelausflüge bei den vielen Strandverkäufern erwerben, was aber seinen Preis hat. Wir waren Selbstversorger und haben einen Schattenplatz unter einem der Bäume gefunden, was uns gereicht hat.

 

Weitere Fotos von unseren Reisen findet ihr auf Instagram: www.instagram.com/longtaimliklik

 

* Falls ihr bei Booking.com eine Reise mit einem Wert von mind. 30 Euro bucht, könnt ihr euch über den oben angegebenen Link eine Gutschrift über 15 Euro holen. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von der Webseite, weil wir euch empfohlen haben.

An der Karibikküste – Palomino & Tayrona Nationalpark

Nach unseren Wochen im In- und Bergland von Kolumbien (zuletzt in Villa de Leyva, San Gil & Barichara) sind wir jetzt endlich dort angekommen, worauf sich Angelika schon seit langem freut, an der Karibikküste Kolumbiens.

Palomino

Nach einer etwa 12-stündigen Nachtbusfahrt startend in San Gil sind wir etwa um 8 Uhr früh am Busterminal in Santa Marta angekommen. Da der Bus (wie fast alle Reisebusse hier in Kolumbien) richtig kalt klimatisiert war, waren wir froh, uns am Terminal kurz aufwärmen zu können. Dann sind wir auch gleich in den nächsten Bus in Richtung Palomino eingestiegen, das etwa 1,5 Stunden östlich von Santa Marta liegt.

Der Großteil des Orts Palomino liegt zwischen der Hauptstraße (Verbindung von Santa Marta nach Riohacha) und dem Strand und ist im Wesentlichen auf Touristen und ihre Bedürfnisse ausgerichtet, d.h. es gibt unzählige Unterkünfte, Restaurants und Bars. Der weiße Sandstrand ist kilometerlang und am westlichen Ende der Bucht an der Flussmündung des Rio Palomino hat man das seltene Vergnügen mit ein paar Schritten vom kalten Frischwasser ins wärmere Salzwasser und retour zu wechseln. Ein für uns neuer Anblick war dort am Strand eine Gruppe von Pelikanen, die in Formation über uns geflogen ist.

Außer Strand haben wir uns noch einen Tubing-Trip gegönnt. Dabei sind wir mit dem Motorrad ca. 15 Minuten ins Inland gefahren und dann etwa 25 Minuten zu Fuß gegangen, um zu unserem Startpunkt am Rio Palomino zu kommen. Der erste Schritt ins Wasser hinein war dann eine wirkliche Überwindung – da der Rio Palomino aus der Sierra Nevada de Santa Marta kommt, wo die Gipfel das ganze Jahr schneebedeckt sind, war das Wasser wirklich sehr erfrischend! Dann sind wir schon auf unsere Tubes (große Reifen) geklettert und gemeinsam mit unserem Guide etwa 1,5 Stunden den Fluss hinunter getrieben … ein sehr entspannendes Erlebnis und eine einmal etwas andere Möglichkeit, den dichten Dschungel zu durchqueren und viele Vögel zu beobachten.

Als wenn das Meer und der Fluss noch nicht genug Wasser wären, hat es an unseren beiden Abenden in Palomino geregnet. Das wäre für die aktuelle Regenzeit hier in Kolumbien noch nichts besonderes, aber gemeinsam mit dem Sturm und Gewitter am ersten Abend war das für unser Zimmer im ersten Stock leider etwas zu viel, weshalb wir dann die erste Nacht im Erdgeschoß geschlafen haben und für die zweite Nacht in ein anderes Zimmer übersiedelt sind, wo es dann nur ein klein wenig vom Dach hereingetropft hat.

Doch nicht nur in Palomino hat es stark geregnet, auch weiter östlich … und damit ist leider unsere eigentlich geplante Reiseroute wortwörtlich weggeschwommen. Eigentlich wollten wir ganz in den Nordosten Kolumbiens nach Cabo de la Vela und Punto Gallinas reisen, aber aufgrund der Überschwemmungen in der Gegend haben wir dann kurzfristig unsere Richtung geändert und sind für einen Tagestrip zum Tayrona Nationalpark und dann am späten Nachmittag weiter nach Santa Marta gefahren.

Tayrona Nationalpark

Dieser Nationalpark ist einer der typischen Stopps für Kolumbienreisende, entweder für einen Tagesausflug zum Wandern und Schwimmen (so haben wir es gemacht) oder für einen zwei- oder mehrtätigen Aufenthalt mit Übernachtung z.B. in einem Hängemattencamp direkt am Meer. Der Tageseintritt in den Nationalpark war verhältnismäßig teuer (ca. 16 Euro), dementsprechend waren wir, vor allem Christoph, ziemlich skeptisch, ob sich das denn auszahlen wird. Die Wanderung durch den Nationalpark war dann gut markiert und der Weg ziemlich gut instandgehalten, oftmals auch beschildert. Da es in der Gegend sehr feucht ist und auch viele Pferde zum Touristen- und Warentransport unterwegs sind, waren (und sind generell) die Wege teilweise sehr matschig. Zwischendurch gibt es zahlreiche kleine Jausenstationen, wobei wir uns am meisten über einen Stand mit frisch gepressten und mit Eiswürfeln gekühltem Orangensaft gefreut haben – wohl auch wegen der großen Hitze dort!

Dementsprechend hat uns auch der Sprung ins Meer sehr gut getan. Baden sind wir an zwei Stellen gegangen, an dem beliebten Badestrand „La Piscina“ und bei Cabo San Juan del Guia. Diese malerische Bucht besteht aus zwei Stränden, die durch eine kleine Landzunge getrennt und durch viele malerische, abgerundete Felsen eingefasst sind. Diese Felsen haben wir auch an anderen Stellen im Nationalpark gesehen und machen für uns die typische Landschaft dieses Parks aus.

Aufpassen sollte man jedenfalls beim Baden: Zum einen sind die Strömungen an vielen Stellen im Meer im Tayrona Nationalpark wirklich stark und haben schon einigen Menschen das Leben gekostet, andererseits gibt es auch Hinweisschilder, dass es Krokodile im Süßwasser gibt. Wir haben diese zum Glück nicht gesehen, sondern die Zeit am Strand und im Meer gefahrenfrei genossen. Allerdings mit vielen anderen gemeinsam, auch unter der Woche ist dieser Nationalpark voll mit Touristen, sowohl Kolumbianern als auch Ausländern.

Trotz feucht-schwüler Hitze, hohen Eintrittsgebühren und vielen Touristen hat uns der Nationalpark mit seiner wilden und rauen Natur überzeugt und wir würden ihn zumindest für einen Tagesausflug empfehlen, da er eine gute Mischung aus Wanderung im Grünen und Strandvergnügen ist.

Tipps & Hinweise:

  • Transport:
    • Santa Marta kann man mit dem Flieger oder (Nacht-)Bus von vielen Städten (z.B. Bogotá oder Medellín) aus erreichen, wir sind von San Gil mit dem direkten Nachtbus der Linie Expreso Brasilia hin gefahren (67.000 COP pro Person, ca. 12 Stunden Fahrt, unbedingt genügend Kleidung/Tücher/Decken mitnehmen, da diese Busse richtig heftig klimatisiert sind!).
    • Nach Palomino fahren Busse sowohl vom Markt in Santa Marta (Nähe Stadtzentrum) wie auch vom Busterminal (Richtung Riohacha) ab. Wir haben für die 1,5 Stunden Fahrt vom Busterminal Santa Marta nach Palomino in einem modernen Reisebus von Expreso Brasilia 12.000 COP pro Person bezahlt.
    • Der Tayrona Nationalpark liegt auf etwa 1/3 der Strecke von Santa Marta nach Palomino. Wir sind mit einem der lokalen Busse (Strecke Markt Santa Marta nach Palomino, Abfahrt etwa alle 10 bis 15 min) von Palomino um 7.000 COP pro Person zum Parkeingang des Tayrona Nationalparks gekommen (ca. 1 Stunde Fahrt). Nach unserer Wanderung haben wir ebenfalls 7.000 COP für die etwa 40 Minuten nach Santa Marta bezahlt.
  • Palomino:
    • In Palomino liegen die meisten Unterkünfte zwischen der Hauptstraße (Verbindung von Santa Marta nach Riohacha) und dem Strand, wie auch das Hostel Luz de Luna, wo wir gewohnt haben. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dort ist uns für Kolumbien etwas teuer vorgekommen. Großes Plus sind in dieser Unterkunft jedenfalls die gute und dennoch ruhige Lage, die absolute Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Betreiberfamilie, das gute Frühstück (inkludiert), die günstige Möglichkeit seine Trinkwasserflaschen aufzufüllen sowie der Pool im Garten. Bei Regen kann es jedoch passieren, dass es durchs Dach oder Fenster rein ins Zimmer regnet – daher haben wir in zwei Nächten insgesamt drei Zimmer kennengelernt. Gebucht haben wir diese Unterkunft über Booking.com*.
    • Zum Essen und Trinken gibt es unzählige gute Möglichkeiten in Palomino. Besonders gut geschmeckt hat uns das Sauerteigbrot der Bäckerei „La Sierrita“ (Straße zwischen Ort und Strand).
    • Neben Strandtagen bietet sich in Palomino auch das Tubing an, wo man auf einem großen Reifen ca. 1,5 Stunden lang einen Fluss hinuntertreibt – sehr entspannend (Einheitspreis 40.000 COP pro Person, auf Nachfrage haben wir einen Rabatt von 5.000 COP pro Person bekommen; Schwimmschuhe und Actioncam sind gute Accessoires).
  • Tayrona Nationalpark:
    • Die Eintrittsgebühr ist etwas heftig (51.500 COP pro Person in der Nebensaison + 3.500 COP für eine Versicherung – nur Barzahlung möglich!), aber wir glauben, dass sich ein Besuch lohnt. Angeblich kann man online vorab Tickets kaufen, um lange Schlangen an der Kassa zu vermeiden – war für uns kein Problem, da wir im Oktober und somit in der Nebensaison unterwegs waren.
    • Geöffnet hat der Park täglich von 8:00 bis 17:00 Uhr, wobei er einen Monat pro Jahr geschlossen ist, damit sich die Natur etwas erholen kann (meist im Jänner/Februar).
    • Im Lokal links vor dem Eingang kann man sein Großgepäck für 5.000 COP pro Gepäckstück und Tag deponieren. Absolut empfehlenswert, da die Wanderung schon mit einem kleinen Rucksack wirklich schweißtreibend ist!
    • Vom Eingang weg kann man um 3.000 COP pro Person mit einem Minibus die 4 km Straße bis zum Start der eigentlichen Wanderung fahren (bzw. auch retour) – würden wir jedenfalls wieder machen, um mehr Zeit für die schöne Wanderung und den Strand zu haben!
    • Es gibt im Nationalpark zahlreiche Möglichkeiten, Essen und Trinken zu kaufen. Aufgrund der höheren Preise haben wir uns einiges an Verpflegung mitgenommen.
    • Wir waren nur einen Tag dort, würden aber empfehlen, eine Nacht in den Hängematten direkt am Meer in Cabo San Juan del Guia zu schlafen (Moskitospray und -netz mitnehmen!).

Weitere Fotos von unseren Reisen findet ihr auf Instagram: www.instagram.com/longtaimliklik

* Falls ihr bei Booking.com eine Reise mit einem Wert von mind. 30 Euro bucht, könnt ihr euch über den oben angegebenen Link eine Gutschrift über 15 Euro holen. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von der Webseite, weil wir euch empfohlen haben.

Auf dem Weg in die Karibik – in Villa de Leyva, San Gil und Barichara

Nach unserem Trip zum Caño Cristales waren wir noch eine Nacht in Bogotá und haben dann unseren Weg zur Karibikküste Kolumbiens begonnen. Aber, wie fast immer, sind wir die lange Strecke nicht durchgefahren, sondern haben ein paar nette Zwischenstopps eingelegt.

Villa de Leyva

Von Bogotá sind wir direkt nach Villa de Leyva gefahren, das dafür bekannt ist, eines der am schönsten erhaltenen Dörfer aus der Kolonialzeit zu sein. Schon am Weg vom Busterminal zu unserer Unterkunft waren wir von den weiß getünchten Fassaden und alten Häusern begeistert und fühlten uns irgendwie an die weiße Stadt Popayán erinnert, wobei Villa de Leyva kleiner und ansehnlicher als Popayán ist, aber dann auch wieder nicht so touristisch wie Salento.

Unsere Unterkunft La Maison Hostel war in einem dieser schönen weißen Häuser mit einem schönen Innenhof, wir haben uns dort gleich wohl gefühlt. Nachmittags und abends sind wir dann durch die Straßen und über den Hautplatz spaziert, haben die Ausblicke auf die nahen Berge und die Stimmung in diesem schönen Ort ebenso genossen wie den Sonnenuntergang von den Stufen der Kirche am Hauptplatz. Dass es fast direkt daneben ein Lokal mit dem Namen „Dorfkneipe“ gibt, hat uns jedenfalls zum Schmunzeln gebracht, während uns die mit unebenen Natursteinen ausgelegten Straßen zwar gefallen, aber mehrmals fast zum Stolpern gebracht haben.

Am nächsten Tag sind wir in der Früh zur „Casa Terracotta“ gegangen und haben dieses vollkommen aus Ton gebaute Haus besichtigt. Irgendwie spannend und gleichzeitig ziemlich schräg – es hat uns irgendwie an Hundertwasser und seine Bauten erinnert. Nach einem guten und günstigen Mittagessen gegenüber der Busstation haben wir unseren Kurzstopp in Villa de Leyva in einer sehr positiven Stimmung beendet und sind weiter nach San Gil gefahren.

San Gil

Am ersten Abend in San Gil haben wir aufgrund unserer späten Ankunft mit dem Bus nichts mehr gemacht als Essen zu gehen. Dabei ist uns schon aufgefallen, dass sich das öffentliche Leben abends auf dem Hauptplatz abspielt … dort sitzen viele Leute auf den Bänken, es gibt Straßenverkäufer mit Grillerei und anderen Leckereien und anscheinend ist der Platz so etwas wie ein öffentliches Wohnzimmer.

Den nächsten Tag haben wir in Barichara verbracht (siehe unten), am übernächsten Tag sind wir vormittags in dieser nicht ganz so ansprechenden Stadt spazieren gegangen und haben den Park „El Gallineral“ besucht, der in der Nähe des Stadtzentrums liegt und schöne Spazierwege, ein paar malerische Brücken und viele mit Geißbart behangene Bäume wie aus dem Märchen (siehe Foto) bietet. Der Park liegt direkt am Fluss, wo die in San Gil an jeder Ecke angebotenen Rafting-Touren enden. Wir haben das Rafting nur passiv betrieben und die ankommenden Boote vom Ufer aus mit trockenen Füßen beobachtet.

Den Nachmittag haben wir noch im Hostel genutzt, um Blogbeiträge zu schreiben. Abends ging es dann zum Busterminal von San Gil, wo wir den auf eisige Temperaturen runtergekühlten Nachtbus nach Santa Marta an der Karibikküste bestiegen haben …

Barichara

Von San Gil aus haben wir einen Tagesausflug in das nahe Barichara gemacht, das auf etwa 1.300 Metern Seehöhe liegt und 1705 gegründet wurde. Das Dörfchen Barichara ist wirklich überschaubar, ruhig, irgendwie fast verträumt, wieder einmal eine schöne Ortschaft mit weiß getünchten Fassaden und bunten Türen und mit Natursteinen gepflasterte Straßen – dieses Mal aber zum Glück mit abgeschliffener Oberfläche.

Wie fast alle kolumbianischen Orte im Schachbrettmuster aufgebaut, wobei die von Nord nach Süd verlaufenden Straßen mit „Calle“ und jene von Ost nach West verlaufenden mit „Carrera“ bezeichnet werden und jeweils durchnummeriert werden. Das wirklich besondere an Barichara war für uns die Geländekante im Nordwesten der Ortschaft … irgendwie wirkt die Ortschaft auf der Landkarte wie ein Schachbrett, dem eine Ecke abgeknickt wurde. An dieser Kante gibt es einige Punkte mit spektakulärem Blick auf das unten liegende Tal, aber auch ein paar Kioske mit kühlen Getränken.

In der Ortschaft selbst hat uns neben den weißen Häusern vor allem auch der Kontrast dazu gefallen: die Kathedrale und die zwei kleinen Kapellen sind aus ockerfarbenem Sandstein gebaut und heben sich schön ab. Die Kathedrale steht mächtig am Hauptplatz und hat uns innen gut gefallen, da sie – anders als sehr viele andere Kirchen hier in Kolumbien – nicht vollgestopft ist mit vergoldeter Dekoration, sondern (bis auf den vergoldeten Altar) relativ schlicht gehalten ist. Zusammen mit dem offenen Dachstuhl hat dieser Kircheninnenraum schon eine eigene Atmosphäre.

Abseits von Sightseeing gibt es auch kulinarisch in Barichara einiges zu entdecken, zum Beispiel ein gutes Mittagessen, fruchtiges hausgemachtes Eis oder Craft Beer – Christophs bisheriges Lieblingsbier hier in Kolumbien ist das BBC Monserrate Roja, ein Bier im Stil von American Amber / Red Ale.

Tipps & Hinweise:

  • Transport:
    • Von Bogotás Terminal de Transportes Salitre (Hauptbusbahnhof) weg fahren täglich mehrere Busse nach Villa de Leyva (25.000 COP pro Person, ca. 4 Stunden) und auch nach San Gil.
    • Ebenso ist San Gil mit dem Nachtbus mit Santa Marta an der Karibikküste verbunden – wir sind auf diesem Weg abgereist (67.000 COP pro Person, ca. 12 Stunden Fahrt in einem modernen und auf eisige Temperaturen heruntergekühlten Bus von Expreso Brasilia, der Abstand zwischen den Sitzen war sogar für Christoph ok). Das Ticket hat für uns vormittags das Personal vom Hostel in San Gil telefonisch gebucht, nachmittags kam ein Motorrad-Kurier der Busgesellschaft mit den Tickets vorbei, bei dem wir auch bar bezahlt haben, und abends waren wir schon unterwegs im Bus.
    • Von Villa de Leyva sind wir mit dem Bus nach Arcabuco gefahren (7.000 COP pro Person, ca. 1 Stunde Fahrt auf einer unasphaltierten Straße), von dort dann weiter mit dem Bus nach San Gil (25.000 COP pro Person, ca. 4 Stunden Fahrt). Alternativ ist auch ein Umsteigen in Tunja möglich (ähnliche Kosten und Dauer).
    • Der Terminal de Transportes in San Gil liegt etwa 2 km außerhalb der Altstadt an einer stark befahrenen Straße. Ein Taxi zwischen Terminal und Altstadt kostet 4.300 COP.
    • In San Gil fahren vom Terminalito (kleiner Busbahnhof in der Stadt) im Halbstundentakt nach Barichara (COP 5.000 pro Person, ca. 40 min). In Barichara ist die Bushaltestelle direkt am Hauptplatz.
  • Essen:
    • In Villa de Leyva gibt es direkt gegenüber des Busterminals einige Lokale mit sehr günstigem Mittagessen (ab 7.000 COP also etwa 2 Euro für ein Menü inkl. Suppe, Hauptspeise, Getränk).
    • In Barichara haben wir im Restaurant Shambalá sehr gut gegessen (Carrera 7, nahe Calle 6) – geschmacklich tolles (auch vegetarisches) Essen, freundliches Personal, WiFi, Steckdosen zum Handy aufladen. Direkt daneben gibt es noch zwei weitere Lokale, die sehr nett aussahen!
  • Aktivitäten:
    • Etwas außerhalb von Villa de Leyva gibt es die Casa Terracotta, ein rein aus Ton gebautes Haus, das man besichtigen kann (10.000 COP Eintritt).
    • In San Gil gibt es ein riesiges Angebot an Paragliding, Rafting usw. – jedes Hostel hat hier entsprechende Kontakte. Der Park „El Gallineral“ in San Gil ist ein nettes Ausflugsziel für einen kleinen Spaziergang (6.000 COP Eintritt).
    • In Barichara bietet es sich an, durch die Gassen zu spazieren, mit einem Mototaxi (Tuktuk) eine Rundfahrt zu machen oder den Friedhof zu besuchen, auf dem es sehr alte Gräber gibt. Einen tollen Ausblick auf das Tal nebenan gibt es an der Geländekante im Nordwesten (Calle 1). Sehr schön sollen auch die Wanderungen in die umliegenden Ortschaften sein (z.B. in das 9 km entfernte Guane), von dort kann man Busse wieder zurück nach San Gil nehmen.
  • Unterkunft:
    • In Villa de Leyva haben wir im „La Maison Hostel“ geschlafen, das zwar 10 bis 15 min vom Busterminal weg ist, dafür aber mit absolut freundlichem und hilfsbereitem Personal, einem sehr gemütlichen Aufenthaltsbereich, einer gut ausgestatteten Gemeinschaftsküche (inkl. gratis Trinkwasser aus dem Wasserfilter) überzeugt hat – gerne wären wir hier noch länger geblieben. Beim Weg dorthin nach der Hausnummer suchen, das Hostel hat kein Schild außen und schaut aus wie ein normales Wohnhaus.
    • In San Gil haben wir im „La Provincia Casa Hospedaje“ geschlafen, das in der Innenstadt sehr nahe zum Hauptplatz und zum Busterminal liegt. Auch hier gab es eine gut ausgestattete Gemeinschaftsküche, einen Aufenthaltsbereich mit Hängematten und Couch sowie sehr hilfsbereites Personal, das uns telefonisch den Bus für unsere Weiterfahrt nach Santa Marta gebucht hat. Günstige Möglichkeit zum Wäsche waschen (5.000 COP für eine Waschmaschine voll).
    • Gebucht haben wir beide Unterkünfte über Booking.com* gebucht.

 

Mehr Fotos von unserem Trip findet ihr auf Instagram @longtaimliklik!

 

* Falls ihr bei Booking.com eine Reise mit einem Wert von mind. 30 Euro bucht, könnt ihr euch über den oben angegebenen Link eine Gutschrift über 15 Euro holen. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von der Webseite, weil wir euch empfohlen haben.

 

Beim fünffärbigen Fluss – Caño Cristales

Von Bogotá aus haben wir uns ziemlich kurzfristig ein besonderes Abenteuer gebucht, nämlich einen Ausflug zum bunten Fluss Caño Cristales.

Begonnen hat dieses Abenteuer am Montag sehr zeitig in der Früh, bereits um 04.40 Uhr hat uns das Taxi von unserer Unterkunft in Bogotá abgeholt und nach einer rasanten Fahrt durch die noch ruhige, aber wirklich kalte Millionenstadt am Flughafen bei der Tür 2 des Inlandsterminals abgesetzt. Dort warteten bereits andere Leute mit Gepäck, mitten drinnen stand eine quirlige Frau mit einer langen Liste und hat Namen verlesen. Nach einiger Zeit war auch dann Christoph dran und sogleich hatten wir die erste Überraschung: Angelika stand nicht auf der Liste. Die Dame der Fluggesellschaft hat sie dann einfach dazu geschrieben, ein paar Leute zwischen den verschiedenen Charterfliegern herumgeschichtet und etwa eine Stunde später standen wir schon im Charterterminal gemeinsam mit 15 weiteren Leuten bereit zum Boarding für unser Flugzeug. In dem Augenblick wie wir zum Flieger gehen sollten, klingelte Christophs Telefon und unsere Kontaktperson von der Agentur, über die wir die Tour gebucht haben, fragt, wo wir denn bleiben – es sei alles bereit zum Abflug. Wir haben das Telefon an die nächststehende Mitarbeiterin des Charterfliegers weitergegeben und es folgten ein paar Minuten hektischen Telefonats. Alle anderen Passagiere unserer Gruppe durften schon einsteigen, wir mussten noch warten und unsere Nerven waren ordentlich angespannt. Umso erlösender war dann die Nachricht, dass wir doch einsteigen dürfen … anscheinend waren wir beim falschen Flieger angestellt, aber da unser Gepäck schon verladen war und auch Plätze im Flieger für uns vorgesehen waren, hätte es keinen Sinn gemacht, uns zu einem anderen Hangar zu bringen und von dort – mit einem anderen Flieger der gleichen Gesellschaft – fliegen zu lassen.

Die Stunde Flug verging dann sehr flott und gleich nach der Landung haben wir uns aus einigen unserer vielen Gewandschichten rausgeschält. Anders als in Bogotá, wo es in der Früh unter 10°C hatte, war es in La Macarena tropisch heiß. Die für Besucher obligatorische Registrierung am Flughafen ging sehr rasch, dann haben wir schnell unser Hotelzimmer bezogen und waren gleich unterwegs zum Einkaufen: Da im Nationalpark Caño Cristales Wegwerf-Plastikflaschen verboten sind, musste spontan eine Alternative her – wir haben uns beide für Aluflaschen mit einem Aufdruck vom Caño Cristales entschieden, da das somit gleich auch unsere Souvenirs für später sind.

Kurz danach sind wir auch schon zum Tourismuszentrum aufgebrochen, wo wir eine Einführung in die Regeln für den Nationalpark bekamen. Da das Ökosystem dort so sensibel ist, dürfen beispielsweise an jenen Tagen, wo man den Nationalpark besucht, kein Deo sowie keine Sonnencreme und kein Moskitospray benutzt werden.

Nach einer kurzen Wartezeit haben wir dann unsere Lunchpakete in Empfang genommen und sind gemeinsam mit fünf kolumbianischen Touristen und unserem Guide Jacobo durch die steppenartige Landschaft zum Caño Piedra gefahren. Dort konnten wir uns im kühlen Wasser abkühlen und haben einige kleine Stellen am Bach gesehen, wo die dort so berühmten roten und grünen Algen blühen und dem Wasser die rote Farbe geben. Den restlichen Nachmittag haben wir in einer nahen Finca mit Faulenzen in den Hängematten, kühlem Bier und einem Besuch des kleinen Zoos dort verbracht, in dem die Besitzer der Finca gefundene Tiere halten und aufpäppeln. Besonders gefallen haben uns dort die bunten Papageien sowie der Tulcan. Am Heimweg haben wir dann noch einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebt und waren dann nach dem Abendessen froh, ins Bett zu fallen … der Start in diesen ersten Tag war doch sehr früh.

Am zweiten Tag sind wir dann zum Caño Cristales gefahren, gestartet haben wir leider erst um 10 Uhr herum, weil wir erst für dann Tickets bekommen haben. Der Zutritt zum Caño Cristales ist pro Tag auf etwa 450 Menschen limitiert, die zudem aus logistischen Gründen gestaffelt zum Parkeingang gebracht werden und dann dort auf unterschiedlichen Wegen unterwegs sind. Somit sind wir dann nach einem gemütlichen Frühstück von La Macarena mit dem Boot etwa 20 Minuten den Fluss hinuntergefahren und haben uns ein wenig wie vor 1,5 Jahren auf dem Sepik gefühlt. Nach der Bootsfahrt waren wir am Parkeingang, wo unsere Rucksäcke kontrolliert wurden (Sonnencreme- und Moskitosprayverbot!), dann sind wir auf Pickups aufgestiegen und ca. 30 Minuten einen sehr staubigen Weg zum Startpunkt unserer Wanderung gefahren. Die Wanderung selbst war mit etwa 6 km nicht sehr lang, aber die Hitze hat uns dennoch zu schaffen gemacht, auch weil es am Weg nur wenig Schatten gab – die am häufigsten dort vorkommende Pflanze war leider sehr klein, sie wächst aber auch nur etwa 1 cm pro Jahr. Jedenfalls war unser Gewand schon beim ersten Stopp am Cano Cristales um die Algenblüte die den Fluss rot und grün färbt, waren wir vom Schweiß vollkommen durchnässt.

Umso mehr haben wir uns gefreut, wie wir dann am Caño Cristales ankamen und eine schöne Strecke am bewachsenen und bewaldeten Flussufer entlang gehen konnten. Oder gekonnt hätten, weil wir vor lauter Faszination für diesen bunten Fluss die meiste Zeit erst wieder knapp am Fluss und somit in der Sonne gegangen sind. Die unterschiedlichen Stellen am Fluss sind unterschiedlich stark mit den rot blühenden Algen bewachsen, je nach Strömung und Wassertiefe. Am meisten haben uns der sogenannte Teppich, wo der Fluss wirklich wie von einem roten Teppich ausgelegt aussieht, und „Los Ochos“ gefallen, letzteres ist eine Steinformation, aus der das Wasser über Jahrhunderte und Jahrtausende große Löcher herausgewaschen hat.

Alle paar Meter hat uns zudem unser Guide Jacobo schöne Stellen gezeigt, wir haben jedenfalls massig Fotos gemacht – sowohl vom Flussufer aus wie auch dann beim Schwimmen und Schnorcheln an zwei gewissen Stellen im Fluss, die einerseits tief und breit genug und andererseits keinen oder kaum einen Bewuchs der roten Algen haben … der Schutz dieser besonderen Pflanze wird ganz groß geschrieben. Das ist auch ein Grund für die strengen Kontrollen (Sonnencreme etc) und die kleinen Gruppen (max. 7 Gäste pro Guide).

Als wir dann gegen 16 Uhr bei der ersten Unterkunft am Rückweg vom Caño Cristales zum Abholpunkt für die Pickup-Fahrt gegangen sind, war der Wasservorrat bei uns wie auch bei den meisten anderen schon fast aufgebraucht. Dementsprechend haben die zwei kleinen Verkaufsstände am Weg einen super Umsatz mit ihren kühlen Getränken gemacht.

Zurück im Hotel haben wir uns kurz ausgeruht, einige Liter Wasser getrunken und uns frisch gemacht – nach dem Abendessen stand noch eine Tanz- und Folklorevorführung der Llanera Kultur am Plan, danach sind wir zum Glück schnell eingeschlafen, da am nächsten Tag der Wecker – schon wieder – frühmorgens klingelte. Da wurden wir nämlich schon um 04:40 Uhr in der Früh von einem Mototaxi (in Asien würde man Tuktuk sagen) abgeholt, damit wir den Sonnenaufgang bei einem schönen Punkt in der Steppe anschauen können. Der Weg dorthin war abwechslungsreich, zuerst mit dem Tuktuk etwa 30 Minuten über unasphaltierte Wege, dann etwa 10 Minuten zu Fuß durch die noch stockfinstere Nacht. Danach haben wir ein kleines Boot bestiegen, das als Rollfähre die Strömung nutzt, um entlang eines gespannten Stahlseils den Fluss zu überqueren. Nach einem weiteren Fußmarsch auf eine Anhöhe waren wir dann perfekt zum Sonnenaufgang dort – ein wirklich schöner, wenn auch früher Start in unseren letzten Tag auf diesem Kurztrip.

Nach dem Sonnenaufgang sind wir weiter zum Caño Cristalitos gegangen, ein etwas kleinerer Fluss, der aber auch für die schönen Farben durch die rot blühenden Algen bekannt ist. Leider war dieser Teil ziemlich enttäuschend für uns, da der Wasserspiegel durch die schon sehr lange anhaltende Trockenheit rund um La Macarena so niedrig war, dass alles ausgetrocknet und die Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen waren. Da wir zudem auch dort nicht schwimmen konnten, sind wir bald wieder umgedreht und zurück zu einer kleinen Finca nahe der Fähre gegangen, wo wir mit einem wirklich guten und wohlverdienten Frühstück belohnt wurden. Danach sind wir noch etwas in der Gegend dort herumgewandert und dann gegen mittags mit Boot und Mototaxi wieder retour nach La Macarena gefahren, wo wir gleich nach dem Mittagessen den Charterflieger zurück ins kalte Bogotá bestiegen haben.

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns dieser Trip sehr gut gefallen hat, auch wenn er teuer und anstrengend war. Das Highlight war jedenfalls der Tag im Caño Cristales und irgendwie haben wir es schon etwas bereut, nicht doch die Variante mit 4 Tagen/3 Nächten gebucht zu haben, um noch einen zweiten Tag in den Caño Cristales zu fahren – vor allem auch, weil Caño Piedra (1. Tag) und Caño Cristalitos (2. Tag) nicht ganz so toll waren wie erhofft.

 

 

Tipps & Hinweise:

  • Wir haben unsere Tour zum Caño Cristales über die Agentur Vimonta gebucht (3 Tage, 2 Nächte inkl. Flug ab/bis Bogotá, Übernachtung, Eintritte, Guide, Transfer, 3 Mahlzeiten am Tag für etwas mehr als 1,6 Mio. COP pro Person). Uns ist die Organisation etwas chaotisch vorgekommen, weshalb wir jetzt bei einem Trip dorthin wohl eher bei einer anderen Agentur buchen würden.
  • Man kann sich einen Trip dorthin auch selbst organisieren, z.B. kurzfristig einen freien Platz in einem Charterflieger von Villavicencia übernehmen oder auf dem abenteuerlichen, aber laut Tourismusinfo in La Macarena sicheren Landweg von Neiva (Nähe Tatacoa-Wüste) oder Villavicencia anreisen. In diesem Fall muss man sich vor Ort dann selbst Unterkunft und Guide organisieren, was außerhalb von Hauptsaison/Schulferien/langen Wochenenden möglich sein sollte.
  • In La Macarena haben wir einen Geldautomaten gesehen, wir würden dennoch ausreichend Bargeld mitbringen! Zudem unbedingt lange Hose, langärmeliges Shirt, Kappe/Hut/Halstuch, Sonnenbrille mitnehmen, da im Caño Cristales weder Sonnencreme noch Moskitospray verwendet werden dürfen. Gut sind auch eine wasserdichte Hülle für das Handy bzw. ein Drybag oder eine Actioncam für Unterwasserfotos sowie eine Schnorchelmaske.

Big City Life – Bogotá

Wir haben vorab schon viel über Bogotá gehört, hauptsächlich Negatives, da die kolumbianische Hauptstadt ohnehin auf unserem Weg in Richtung Karibikküste lag, wollten wir sie nicht auslassen. Diese Stadt hat so viele Einwohner wie ganz Österreich und selbst von einem Berg am Rande der Stadt kann man keines der Enden dieser Stadt sehen, nur einen Eindruck von der Größe bekommen. Was haben wir also alles erlebt in dieser Megastadt?

Schon am Weg aus der Tatacoa-Wüste raus haben wir Ilona kennengelernt (sie wird auch bald über ihre Reise nach Kolumbien auf ihrem Blog berichten) und bald festgestellt, dass wir dasselbe Ziel, die touristische Altstadt von Bogotá, haben. Also haben wir es uns in unserem bisher bequemsten Bus hier (Ausstattung und Service eher wie im Flugzeug mit eigenem Bildschirm, wählbaren Filmen, Musik, viel Beinfreiheit, Decke, Snack) für die 6-stündige Busfahrt bequem gemacht. Bereits während dieser Busfahrt haben wir zwei Besonderheiten Bogotás bemerkt, es liegt sehr hoch (2.600 m Seehöhe) und es ist untertags quasi immer und überall mit Autos und Bussen verstopft.

Als wir schlussendlich im charmanten, historischem Stadtteil La Candelaria angekommen sind, waren wir ziemlich erschöpft von der Reise, haben nur schnell alles an warmem Gewand angezogen, was wir haben, da es v.a. bei Nacht wirklich kalt ist, und haben uns ein leckeres vegetarisches Abendessen geholt (siehe Empfehlungen unten).

Am nächsten Tag haben wir zum Start, wie z.B. auch in Cali oder Medellín, eine Free Walking Tour mitgemacht, welche uns einen sehr guten Überblick über Geschichte und Kultur Bogotás und einige Tipps für weitere Aktivitäten gab. Begeistert waren wir v.a. auch von dem großen und für alle zugänglichen, weil kostenlosen Kulturangebot, welches eine Bibliothek und vier Museen einschließt – alle in unmittelbarer Nähe unseres Hostels. Angelika war besonders vom Botero Museum angetan, während sich Christoph eher für das Münzmusem (Museum de la Moneda) begeistern konnte. Obwohl wir in Cali schon im Goldmuseum waren, haben wir uns auch jenes in Bogotá angesehen und können es empfehlen, weil es viel größer und somit noch imposanter ist.

Kolumbien generell, aber v.a. auch Bogotá ist bekannt für Streetart und Graffitis. Da war es quasi Pflicht, an einer nachmittäglichen Graffiti Tour teilzunehmen, um mehr über die Graffiti Geschichte in Bogotá und darüber, was Justin Bieber damit zu tun hat, zu lernen. Unser Guide kannte viele der Graffitikünstler persönlich und konnte uns somit viel spannendes Hintergrundwissen zu Graffitis allgemein und den einzelnen Werken geben.

Nachdem wir das Stadtzentrum von Bogotá am ersten Tag erkundet haben, beschlossen wir am nächsten Tag dem Smog der Großstadt zu entfliehen und sind gemeinsam mit Ilona nach Zipaquirá gefahren. Der Ort an sich ist schon sehr charmant mit einem kolonialen Ortszentrum, was wir gar nicht so erwartet hatten. Aber die eigentliche Attraktion dort ist die Salzkathedrale. Obwohl der Eintritt für kolumbianische Verhältnisse sehr teuer ist, hat sich für uns der Besuch definitiv gelohnt! Zuerst geht man durch einen Kreuzweg, der unterirdisch in einem Stollen eines Salzbergwerks verläuft, um dann zur unterirdischen Kathedrale selbst zu kommen. Sowohl der Kreuzweg als auch die Kathedrale sind komplett aus Salzstein herausgehauen und drastisch mit Licht in Szene gesetzt. Die Dimensionen sind in diesem unterirdischen Bau riesig, die Kathedrale alle ist mit über 8500 m² die größte unterirdische Kathedrale der Welt! Wir waren wirklich fasziniert, was aus Salz alles erschaffen werden kann.

Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Bogotás ist der Berg Montserrate mit der daraufstehenden Kirche, die malerisch mehr als 500 m über Bogotá und somit auf etwa 3150 m Seehöhe liegt. Leider war sonntags der einzige Tag, wo das Wetter und die Sicht gepasst haben und so haben wir uns mit gefühlt Tausend anderen zugleich mit der Standseilbahn auf den Weg gemacht. Die Aussicht ist wirklich grandios, auch wenn oder vielleicht auch weil während unseres Aufenthalts am Montserrate eine Regenwolke über der Innenstadt lag und das der ganzen Szenerie noch einen besonders mystischen Touch gab. Es ist hier oben v.a. sonntags schon sehr voll, aber der Überblick von oben lässt einen die gewaltigen Dimensionen dieser Millionenstadt noch viel besser erfassen.

Insgesamt waren wir von Bogotá positiv überrascht, die Leute waren sehr freundlich, das Preisniveau ok und das City Center sehr charmant und geschichtlich sowie kulturell sehr interessant. Trotzdem waren wir dann nach drei Tagen auch wieder froh aus der Großstadt rauszukommen.

Von Bogotá sind wir nach La Macarena geflogen, um die Gegend um den Caño Cristales zu besuchen, ein spektakulärer, fünffärbiger Fluss, und definitiv eines unserer Kolumbien-Highlights! Mehr dazu im nächsten Beitrag.

 

 

Tipps und Empfehlungen

Essen:

  • Quinoa y Amaranth: Super vegetarisches Lokal mit täglich wechselndem Menü!

Aktivitäten:

  • Free City Tour von “Beyond Colombia” gibt einen interessanten Überblick über das Stadtzentrum und die Geschichte Bogotás.
  • Bogotá Graffiti Tour hat uns einen echt tollen Einblick in die Graffiti- und Streetart-Szene von Bogotá gegeben, sehr empfehlenswert!
  • Museen:
    • An der Ecke Calle 11 / Carrera 4 gibt es vier Museen mit gratis Eintritt (u.a. Botero Museum und Geldmuseum)
    • Im Museo del Oro (Goldmuseum, Carrera 6 / Calle 16) ist sonntags immer gratis Eintritt – da ist es zwar gesteckt voll, für einmal durchgehen aber dennoch schön!
  • Salzkathedrale: Mit dem Transmilenio (siehe unten bei Transport) bis zur Station „Portal del Norte“, von dort fahren alle 10 bis 15 min Busse nach Zipaquirá (5.500 COP p.P. pro Richtung, etwas mehr als 1 Stunde Fahrt). Eintritt in die Salzkathedrale 57.000 COP p.P.

Unterkunft:

  • Wir haben im „Swiss Hostal Martinik Bogotá“ gewohnt und haben uns dort sehr wohl gefühlt. Große Gemeinschaftsküche, Gepäckaufbewahrung, Wäscheservice für 5.000 COP pro Kilogramm, sehr zentrale Lage in der Altstadt. Achtung: Der 10-Bett-Schlafsaal liegt genau zwischen Rezeption und Straße und ist somit ziemlich laut. Gebucht haben wir über Booking.com* (gleicher Preis wie bei Buchung direkt im Hostel).

Transport:

  • Da unser Hostel in der Altstadt lag, sind wir fast alles zu Fuß gegangen.
  • In Bogotá basiert das öffentliche Nahverkehrsnetz auf Bussen, die schnellste Art ist der „Transmilenio“. Dieser fährt auf verschiedenen Linien durch die Stadt und hat eigene Spuren, wodurch man häufig schneller ist als mit dem Auto. Eine Fahrt kostet 2.300 COP. Achtung: Mit schwerem Gepäck darf man damit nicht fahren, zu den Stoßzeiten kann es wirklich voll im Bus werden!
  • Für die Strecken mit schwerem Gepäck (vom/zum Busbahnhof) bzw. für die Fahrt zum Flughafen in der Früh haben wir uns ein gelbes Taxi oder ein Uber-Taxi** genommen. Uber soll laut Empfehlungen hier sicherer sein soll als die „normalen“ gelben Taxis.

 

Folgt uns auch auf Instagram für regelmäßige Updates zu unserer Reise: http://www.instagram.com/longtaimliklik

 

* Falls ihr bei Booking.com eine Reise mit einem Wert von mind. 30 Euro bucht, könnt ihr euch über den oben angegebenen Link eine Gutschrift über 15 Euro holen. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von der Webseite, weil wir euch empfohlen haben.

** Falls ihr Uber noch nicht nutzt und euch über den obigen Link neu anmeldet, bekommt ihr einen Rabatt für die erste Fahrt im Gegenwert von ca. 10 australischen Dollars. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von Uber, da wir euch empfohlen haben.

 

Lost in the Desert – Tatacoa Wüste

Nach den kühlen Bergen rund um Tierradentro sind wir weiter in die heiße und (üblichweise) sehr trockene Tatacoa Wüste gefahren, wo es dann doch nicht so trocken war, wie gedacht …

Aber von Anfang an… Gleich nach unserer Wanderung auf den Aguacate in Tierradentro haben wir einen Pick-up nach La Plata und ein Auto weiter nach Neiva genommen. In Neiva haben wir gezwungenermaßen eine Nacht verbracht, bevor es in die Wüste ging. Zu Neiva wollen wir gar nicht viel sagen, außer dass wir empfehlen, hier keinen Zwischenstopp einzuplanen, wenn es nicht sein muss. Es war für uns bisher die dreckigste (und wir haben in Kolumbien Leute schon in an Orten uns Stellen putzen gesehen, wo in Österreich nie jemand auf die Idee kommen würde, sauber zu machen), unspannendste und unfreundlichste Stadt. Eine der einzigen Sehenswürdigkeiten seht ihr unten, ein gelbes Gestell mit Pferden und Zentauren darauf. Nicht jede Stadt kann perfekt sein …

Neiva

Am nächsten Tag ging es also ganz früh weiter nach Villavieja, einen charmanten Ort, und von dort mit Mototaxi in die Wüste. Die Tatacoa Wüste ist flächenmäßig nur sehr klein, aber landschaftsmäßig sehr spannend, da es hier einen grauen und einen roten Teil gibt und die Erde überall interessante Formationen aufweist. Schon in Österreich, nachdem wir die ersten Fotos von dieser Landschaft gesehen haben, war für uns klar, dass wir die Tatacoa Wüste auf jeden Fall in unseren Trip einplanen.

Als wir angekommen sind war es schon später Vormittag und richtig heiß, aber wir entschieden uns trotzdem noch für den Rundgang durch die rote Wüste, der von allen als der spektakulärste Teil angepriesen wird. Zum Glück, denn bald darauf begann unser Wetter(un)glück. Wir spazierten also durch rote Felsformationen, mit Rissen durchzogene Erde und zwischen meterhohen Kakteen hindurch und waren echt überwältigt, was die Natur so alles zu Stande bringt.

Der Rundweg durch die rote Wüste war durch in regelmäßigen Abständen in die Erde gesteckte Pfähle markiert, etwas, das Christoph an das erst kürzlich gelesene Buch „Old Surehand 1“ erinnert hat. Dort führt ein mit ähnlichen Pfählen markierter Weg durch die Wüste Llano estacado. Uns ist es allerdings besser als den Siedlern dort gegangen, da unsere Pfähle nicht von Banditen umgesteckt wurden, um uns zu verwirren … dennoch waren wir ganz froh, nach ein paar Kilometern Wüstenwanderung wieder raus aus der Wüste zu kommen. Denn obwohl wir jeden noch so kleinen Schatten der Kakteen und Felsformationen ausnutzten und einen Liter Wasser pro Person mithatten, waren wir nach diesem Rundgang schon ziemlich ausgelaugt und froh über die bei einem Stand am Wegrand angebotenen frischen Fruchtsäfte und kühlen Biere.

Nach einem Menu del Dia (reichhaltiges, günstiges Mittagessen) in unserer Unterkunft war erst mal Zeit für Siesta und eine Runde Plantschen im Pool, da es für alles andere zu heiß war. Dabei haben wir nochmals unsere Blicke über diese Wüstenlandschaft streifen lassen und waren begeistert von Kolumbiens Vielfältigkeit, obwohl wir bis dahin erst einen Bruchteil davon gesehen hatten (in den nächsten Beiträgen wird es diesbezüglich noch ziemlich spektakulär!).

Während unserer kleinen nachmittäglichen Siesta sind schon die ersten Wolken aufgezogen, die sich dann ausgebreitet und dadurch unsere Abendpläne durchkreuzt haben, nämlich den Sternenhimmel in einem der beiden Wüstenobservatorien zu beobachten. Die Tatacoa Wüste eignet sich normalerweise dank nicht vorhandener Lichtverschmutzung perfekt dazu, doch an diesem Abend war aufgrund der vielen Wolken gar nichts zu sehen. Die Nacht hindurch und auch am nächsten Morgen regnete es dann ziemlich heftig, sodass unsere Pläne, die graue Wüste zu besuchen, ins Wasser fielen und wir uns gleich zurück nach Villavieja aufgemacht haben, um von dort weiter nach Neiva und in die kolumbianische Hauptstadt Bogotá zu fahren. Was wir in dieser Millionenstadt (so viele Einwohner wie ganz Österreich!) alles erlebt haben und wie es in einer Salzkathedrale aussieht, erfährt ihr das nächste Mal.

 

Tipps zum Nachmachen:

  • Anreise nach Neiva z.B. mit dem Bus aus Bogotá oder von Tierradentro mit dem Jeep nach La Plata (13.000 COP p.P., ca. 1,5 Stunden) und dann weiter von La Plata nach Neiva (Bus oder Minibus, 10.000 bis 20.000 COP p.P., 2 Stunden).
  • Am Busterminal in Neiva kann man gleich das Ticket bis in die Wüste buchen (15.000 COP p.P., mit dem Jeep ca. 40 bis Villavieja und von dort bringt einem das Mototaxi direkt ins Hostel in der Wüste, ca. 15-20 min Fahrzeit).
  • Tipp für die Rückfahrt von der Wüste: Lasst euch beim Hinfahren gleich vom Mototaxi-Fahrer seine Telefonnummer geben, da in der Wüste nicht immer ein Mototaxi bereitsteht. 15.000 COP für das Mototaxi von der Wüste nach Villavieja, 7.000 COP p.P. für den Jeep von Villavieja nach Neiva.
  • In der Tatacoa Wüste gibt es einige Hostels, wir haben in der Possada Villa de Marquez (60.000 COP für Doppelzimmer mit Ventilator und eigenem Bad, Pool, Steckdosen zum Handyaufladen an der Bar) gewohnt. Man kann dort das Zimmer online auf Booking.com* reservieren (um 1/3 teurer, aber vor allem in der Hauptsaison empfehlenswert!) oder in der Nebensaison – so wie wir – einfach vor Ort nach freien Zimmern fragen.

 

Folgt uns auch auf Instagram für regelmäßige Updates zu unserer Reise: http://www.instagram.com/longtaimliklik

 

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Bei den mysteriösen Gräbern von Tierradentro

Nach der „weißen Stadt“ Popayan hat es uns in die Berge der Provinz Valle de Cauca verschlagen, genauer gesagt nach Tierradentro in der Nähe des Dörfchens San Andrés de Pisimbalá. Dieser Ort war eigentlich nicht auf unserer Reiseroute – aber wir haben immer wieder über die sehr speziellen Sehenswürdigkeiten dort gehört und gelesen und wollten uns selbst ein Bild davon machen.

Tierradentro

Die Anreise von Popayan hat sehr problemlos geklappt und da wir in der Nebensaison und zudem noch unter der Woche unterwegs waren, war es auch einfach, eine Unterkunft zu finden. Die Hospedaje Tierradentro liegt direkt neben dem Eingang zum archäologischen Park, die Betreiberin ist eine absolut liebe ältere Frau, die seit über 40 Jahren in ihrem kleinen Laden ausgemachte Fruchtsäfte verkauft und zudem eine tolle Köchin ist – Angelika hat nach dem günstigen und guten (vegetarischem) Abendessen gemeint, dass sie hier in Kolumbien bisher noch nicht so gut gegessen hat.

Doch weg von der Kulinarik hin zu den Sehenswürdigkeiten: Gleich nach unserer Ankunft sind wir am frühen Nachmittag in den archäologischen Park von Tierradentro und haben uns kurz in den beiden Museen umgesehen. Dort haben wir sowohl eine kurze Einführung in die Funde und wenigen Erkenntnisse über die Tierradentro-Kultur bekommen, also über jenes Volk, das vor 2.000 bis 3.000 Jahren in dieser Gegend lebte, wie auch in einem volkskundlichen Museum interessantes über das jetzt dort ansässige Volk der Nasa erfahren.

Gleich danach ging es auf einem sehr gut instandgehaltenen Weg zu den beiden Ausgrabungsstätten Segovia und Duende, die nur etwa 20 bzw. 30 Minuten vom Museum entfernt liegen. An diesen beiden Plätzen wurden zahlreiche unterirdische Grabanlagen gefunden. Diese sind aufgrund ihrer Größe und der Zugänge einzigartig in Lateinamerika – mit ein Grund, warum die UNESCO den Park in den 1990er Jahren zum Weltnaturerbe ernannt hat.

Diese Gräber (Hypogäen) wurden vor etwa 2.000 bis 3.000 Jahren in bis zu fünf Metern Tiefe in den Stein gehauen und wurden zum Teil mit roter und/oder schwarzer Farbe bemalt, aber auch oft mit in Stein gehauenen Gesichter verziert – angesichts der damals verfügbaren nur sehr einfachen Werkzeuge eine bemerkenswerte Leistung. Die einzelnen Gräber haben meist eine ovale Form, oft in der Mitte zwei Säulen und Nischen am Rand oder Vertiefungen im Boden, wo menschliche Überreste (meist in Urnen) gefunden wurden.

Insgesamt wurden in der Gegend um Tierradentro etwa 100 solcher Gräber an mehreren verschiedenen Stellen entdeckt, allerdings sind nicht alle den Besuchern freigegeben. Wir haben an diesem ersten Nachmittag etwa 30 bis 40 dieser Gräber besucht und waren danach ganz schön fertig. Die zick-zack-förmigen oder spiralförmigen Stiegen sind zwar entweder gut erhalten oder wurden renoviert, aber dennoch ist es meist eine ganz schöne Kraxelei, da runter und wieder rauf zu kommen. Das tolle Abendessen war an diesem Tag jedenfalls verdient!

Am nächsten Tag konnten wir leider nicht ganz so viel unternehmen, wie wir vor hatten, weil der Park an jedem ersten Dienstag im Monat für Wartungsarbeiten geschlossen ist – und genau diesen Tag haben wir erwischt. Offen ist lediglich der Rundwanderweg auf den Berg Aguacate, wo auch Gräber gefunden wurden. Dieser Rundweg ist zwar nur 7 km lang, hat uns aber viele Schweißperlen gekostet, weil wir dabei etwa 500 Höhenmeter rauf und wieder runter zurückgelegt haben. Dennoch war es die Anstrengung jedenfalls wert, sowohl die tollen Ausblicke auf die Täler rundherum und die nahe Stadt Inza wie auch die kurzen Einblicke in das Leben der indigenen Bevölkerung, die in quer über die Bergrücken verstreuten Häusern lebt, war sehr interessant.

Nach einer Stärkung bei uns in der Unterkunft – natürlich wieder mit einem frischen Fruchtsaft – ging es dann weiter im Jeep und Minivan in Richtung der Tatacoa-Wüste, die viel feuchter war als gedacht. Doch mehr dazu im nächsten Beitrag.

 

Tipps für Nachahmer:

  • Anreise und Weiterreise:
    • Es gibt regelmäßige Busverbindungen von/nach Popayan (ca. 4 Stunden Fahrzeit): entweder direkt nach Tierradentro (Abfahrt in Popayan 10.30 Uhr, retour gibt es auch eine Verbindung täglich) oder mehrere Busse von/bis zur Abzweigung auf der Hauptstraße (Cruces San Andres), von wo es knapp 2 km zu Fuß zum Museum ist (mehrere Busse täglich, wir sind um 8 Uhr von Popayan weggefahren und haben 23.000 COP pro Person bezahlt).
    • Zwischen Tierradentro und La Plata fahren mehrmals täglich Fahrzeuge hin und her (13.000 COP pro Person, ca. 1,5 Stunden), La Plata ist mit Fahrzeugen/Bussen bspw. mit Neiva verbunden (zwischen 10.000 und 20.000 COP pro Person, ca. 2 Stunden), von Neiva kommt man einfach nach Bogotá oder in die Tatacoa-Wüste.
  • Unterkünfte gibt es einige in direkter Nähe des Museums, wir sind in der Hospedaje Tierradentro untergekommen und waren sehr zufrieden. 45.000 COP für ein Doppelzimmer mit eigenem Bad/WC sowie Warmwasser (Nebensaison), für 6.000 COP pro Person gibt es Frühstück und für 8.000 COP pro Person ein vegetarisches Abendessen – beides extrem gut und beinhaltet auch je einen frischen Fruchtsaft!
  • Eintritt in den archäologischen Park inkl. Museen kostet 25.000 COP pro Person und gilt für 2 Tage, die Mitarbeiter vor Ort sind sehr nett und geben gerne Auskünfte. ACHTUNG: Jeweils am ersten Dienstag im Monat sind Park und Museen wegen Wartungsarbeiten geschlossen!

Popayan – die weiße Stadt

Nach der Salsametropole Cali sind wir weiter in den Süden nach Popayan gereist. Aufgrund der vielen weiß getünchten Häuser wird Popayan auch „La Ciudad Blanca“, also die weiße Stadt, genannt. Außer ein paar wenigen Häusern ist das komplette historische Stadtzentrum in weiß gehalten, was ein wirklich schöner Anblick ist!

Popayan ist außerdem auch UNESCO Stadt für … jetzt wird es spannend, denn wir wussten nicht einmal, dass es so etwas gibt… Gastronomie! Dass man hier sehr gut essen kann, können wir mittlerweile bestätigen (siehe auch unsere Tipps weiter unten). Besonders die vielen regionalen Spezialitäten haben es uns angetan, wie z.B. die Empanaditas de pipian, mit Kartoffel gefüllte, frittierte Mini-Empanadas, die man mit scharfer Erdnusssoße isst. Wir haben unsere besten im „La Fresa“ gegessen und nur die Vernunft hat uns nach 20 Stück aufhören lassen – sooo köstlich!

Wir hatten Glück bei unserem Besuch, denn es fand gerade die monatliche Noche de Museos, also eine Art Nacht der Museen statt. Alle Museen der Stadt hatten bei freiem Eintritt bis spätnachts offen und die Straßen Popayans haben sich in eine rießige Partyzone mit Musik, Film- und Tanzvorführungen, Essen und Trinken verwandelt. Eine tolle Gelegenheit die Stadt bei Nacht zu erkunden, denn aus unserem geplanten Museumsbesuch wurde bei dem Angebot dann doch nichts!

Wie bisher überall haben wir auch in Popayan einen super Spot gefunden, um die Stadt von oben zu betrachten, nämlich den Morro de Tulcan, wo eine Statue auf einem pyramidenförmigen Hügel am Rande der Altstadt thront. Besonders bei Sonnenuntergang hat uns dieses Panaroma richtig fasziniert, da wir nicht nur die Stadt, sondern auch die Berge rundherum sehen konnten. Am Wochenende ist dies eher zu empfehlen, da dann auch viele Einheimische hier unterwegs sind und man sich somit weniger Sicherheitsbedenken machen muss.

Popayan12

Popayan13

Man könnte von Popayan aus auch einige spannende Tagesausflüge machen, wie z.B. zum Nationalpark und Vulkan Puracé oder zu den Thermalquellen von Cocomuco. Da wir mittlerweile aber schon 4 Wochen unterwegs waren, haben wir uns hier eine kleine Auszeit gegönnt und nicht besonders viel unternommen, außer die Stadt und deren Weltkulturerbe zu genießen.

Insgesamt hat uns Popayan mit seinem weißen Zentrum, dem studentischen Flair und dem köstlichen Essen sehr gut gefallen. Außerdem liegt es etwas abseits der klassischen Backpacker-Route und kann daher zum Glück noch fast als Geheimtipp bezeichnet werden.

Von Popayan ist es nicht mehr weit nach Tierradentro, wo es viele archäologisch sehr interessante, 3000 Jahre alte, zum Teil bemalte Gräber gibt, über die man nicht viel weiß – unser nächstes Ziel auf unserer Kolumbienreise. Mehr dazu in unserem nächsten Beitrag.

 

Tipps für Nachahmer:

  • Es fahren laufend Busse verschiedener Gesellschaften von Cali nach Popayan, die Fahrt kostet zwischen 15.000 und 20.000 COP (Verhandlungssache) und dauert etwa 4 Stunden.
  • Aktivitäten:
    • Wie in fast allen Städten haben wir auch hier die Free Walking Tour der NGO „Get up and go Colombia“ mitgemacht und dabei einiges über die Geschichte der Stadt erfahren. Andere Reisende waren an anderen Tagen zufriedener mit ihren Guides, dennoch empfehlenswert.
  • Essen und Trinken:
    • Ein absolutes Muss in Popayan ist unserer Meinung nach ein Besuch bei „La Fresa“. Dieses kleine und sehr unscheinbare Lokal liegt nur einen Häuserblock vom Hauptplatz entfernt (Calle 5, zwischen Carrera 9 und 10) und hat spitzenmäßige und sehr günstige Empanaditas!
    • La Case del Té (Carrera 2/Calle 4) ist ein sehr gemütliches Café mit einer großen Teeauswahl, sehr guten hausgemachten Säften und Sandwiches sowie gratis WiFi.
    • Mora Castilla (Calle 2 zwischen Carrera 4ª und 5) hat sehr gute kleine Snacks (z.B. Tamal de Pipián oder Carantanta) und regionstypische Getränke wie Lulada oder Salpicón Payanes.
  • Gewohnt haben wir im „Hostal Casona Tulcan“, das wie viele andere Hostels und Restaurants zwischen dem Hügel „El Morro“ und der Innenstadt liegt. Es gibt schöne Gemeinschaftsräume, eine Möglichkeit gratis Wäsche zu waschen sowie je 1x pro Woche eine gratis Salsa- und Yoga-Stunde. Gebucht haben wir das Zimmer über Booking.com*, was etwa um 20 % günstiger war als eine Buchung direkt im Hostel.
  • Vom Hostel waren es etwa 10 min zu Fuß ins Stadtzentrum, daher sind wir alles zu Fuß gegangen. Einzig für den Weg vom und zum Busbahnhof haben wir uns ein Uber-Taxi** genommen, das laut Empfehlungen hier in Kolumbien sicherer sein soll als die „normalen“ gelben Taxis.

Folgt uns auch auf Instagramm für regelmäßige Updates zu unserer Reise: http://www.instagram.com/longtaimliklik

 

* Falls ihr bei Booking.com eine Reise mit einem Wert von mind. 30 Euro bucht, könnt ihr euch über den oben angegebenen Link eine Gutschrift über 15 Euro holen. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von der Webseite, weil wir euch empfohlen haben.

** Falls ihr Uber noch nicht nutzt und euch über den obigen Link neu anmeldet, bekommt ihr einen Rabatt für die erste Fahrt im Gegenwert von ca. 10 australischen Dollars. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von Uber, da wir euch empfohlen haben.

Cali – die Salsa-Hauptstadt

Nachdem wir in den letzten Tagen das Dorfleben und viel Natur in Jardin und Salento genossen haben, ging es für uns weiter in den Süden nach Cali. Cali ist die drittgrößte Stadt Kolumbiens und wurde vor fast 500 Jahren gegründet, was sie zu einer der ältesten Städte Amerikas macht.

Die Anreise war sehr einfach und verhältnismäßig schnell für die Distanz, die wir zurückgelegt haben, da Cali als einzige der nicht küstennahen Großstädte Kolumbiens in der Ebene, einem weiten Tale, liegt. Ein bekannter Ausspruch ist „Cali es Cali, y lo demas es loma“ (= Cali ist Cali, und der Rest sind Berge). Einzig das Viertel San Antonio, in dem unser Hostel lag, hat uns mit dutzenden Hügeln und Steigungen von stellenweise mehr als 20 % regelmäßig außer Atem gebracht. Dafür konnten wir hier an jeder Ecke und von der Dachterrasse in 2. Stock unseres Hostels grandiose Ausblicke über die Stadt genießen, ohne großartig Hügel oder Türme zu erklimmen.

Cali 1

Bekannt ist Cali aber eigentlich für etwas anderes, die Stadt wird als Welthauptstadt der Salsa gesehen. Es gibt gefühlt an jeder Ecke Salsa Clubs, hier findet man die schnellsten Salsa Tänzer der Welt – die haben so schnell getanzt, dass wir beim Zusehen nicht einmal mehr die Schritte erkennen konnten. Zudem haben in Cali viele bekannte Persönlichkeiten gelebt und gewirkt, die in der Geschichte der Salsa großen Einfluss hatten. Wir haben hier neben der für uns schon quasi obligatorischen Free Walking Tour zur Geschichte der Stadt auch eine Free Salsa and Arts Tour mitgemacht. Unser Guide Paul hat uns sehr interessante Einblicke in die Salsakultur und die Street Art Szene Calis gegeben. Eine wichtige Gruppe in der Salsa-Geschichte war zum Beispiel Grupo Niche, welcher in Cali das Salsa Museum und die Trompetenskulptur davor gewidmet sind – könnt ihr den Gruppennamen in der Trompete erkennen?

Salsa&StreetArt 1

Neben Salsa und Street Art stand natürlich auch ein Besuch bei der 26 Meter hohen Christus-König-Statue („Christo Rey en Cali“) auf einem Hügel westlich von Cali am Programm. Diese Statue schaut der sehr bekannten in Rio de Janeiro sehr ähnlich, im Detail gibt es ein paar Unterschiede: Die Statue in Cali hat einen Bart, schaut auf die Stadt hinunter und der linke Fuß schaut unter der langen Robe hervor – was von den Bewohnern von Cali als Salsaschritt interpretiert wird.

Cali5

Daneben haben wir uns im historischen Stadtzentrum noch einige bekannten Gebäude und Kirchen (z.B. La Eremita) angesehen und die wohl bekanntesten Haustieren Calis besucht, den Tejada-Kater „Gato del Rio“ und seine 22 Freundinnen. Aber hier haben wir uns auch etwas Zeit genommen, uns mit der präkolumbianischen Geschichte zu befassen. Sowohl das Museo del Oro (Goldmuseum) wie auch das MUSA (Museo Arqueológico La Merced) haben uns gut gefallen – auch weil beide nicht überbordend groß sind, sondern mit gut ausgewählten Schaustücken einen Einblick in die verschiedenen Kulturen geben, die vor der Ankunft der Europäer im Gebiet des heutigen Kolumbiens siedelten.

Nach unseren Tagen in der Salsa-Hauptstadt sind wir weiter nach Popayán gereist, das auch als die „Ciudad blanca“ (die weiße Stadt) bekannt ist.

 

Tipps zum Nachmachen:

  • Anreise: Cali ist von vielen großen Städten mit den Bussen oder dem Flugzeug zu erreichen. Wir sind von Salento über Armenia mit dem Bus gefahren.
  • Here we go Trip (Carrera 9, zwischen Calli 2 und 3): Kleine Tourismusinfo, die auch Trips (z.B. zur Christo Rey Statue) sowie die beiden Free Walking Tours. Können wir alle empfehlen, bei wenig Zeit unbedingt die Salsa Tour machen!
  • Museen:
    • Salsa Museum (“Museo de la Salsa Jairo Varela”): Ein Must-See in der Salsa-Metropole. Klein, aber interessant. Gratis Eintritt.
    • Gold Museum („Museo del Oro Calima”, Calle 7 #4-69): Schöne Exponate aus der präkolumbianischen Zeit, klein und überschaubar. Gratis Eintritt.
    • MUSA (“Museo Arqueológico La Merced”, Carrera 4 #6-59): Ausstellung über sieben präkolumbianische Kulturen, gut aufbereitet und interessant. Eintritt 3.000 COP/Person.
  • Essen & Trinken:
    • Pan Ya (Calle 3 #9-23): Kleine Backstube mit sehr guten und günstigen Backwaren.
    • Viele Lokale bieten sehr günstige Mittagsmenüs an. Selten gibt es neben dem Fleisch-Menü auch eine vegetarische Alternative, z.B. bei Morus Express (Calle 2 #9-05, 8.500 COP für Menü inkl. Suppe, Hauptspeise, Nachspeise und frischen Fruchtsaft)
    • Flor de Loto (Carrera 16 #3-17): Sehr gutes und preiswertes veganes Essen mit Arepas, Burger und mexikanischen Speisen. Gut abends mit dem Handwerksmarkt „Loma de la Cruz“ kombinierbar.
  • Gewohnt haben wir im Hostel „La Maison Violette“, das im guten und sicheren Stadtviertel San Antonio in der Nähe von Lokalen und Restaurants liegt und eine mitbenutzbare Küche und Wäscheservice und Frühstück anbietet. Der Besitzer stand uns mit vielen Tipps zu Ausflügen und Aktivitäten zur Seite. Gebucht haben wir das Zimmer über Booking.com*.
  • Da San Antonio gleich neben der Altstadt liegt, sind wir alles zu Fuß gegangen. Einzig für den Weg vom und zum Busbahnhof haben wir uns ein Uber-Taxi** genommen, das laut Empfehlungen hier sicherer sein soll als die „normalen“ gelben Taxis.

* Falls ihr bei Booking.com eine Reise mit einem Wert von mind. 30 Euro bucht, könnt ihr euch über den oben angegebenen Link eine Gutschrift über 15 Euro holen. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von der Webseite, weil wir euch empfohlen haben. Euch fallen dadurch keine Mehrkosten an!

** Falls ihr Uber noch nicht nutzt und euch über den obigen Link neu anmeldet, bekommt ihr einen Rabatt für die erste Fahrt im Gegenwert von ca. 10 australischen Dollars. In diesem Falle bekommen wir auch ein kleines Dankeschön von Uber, da wir euch empfohlen haben. Euch fallen dadurch keine Mehrkosten an!

 

Mehr Fotos von unserem Trip findet ihr auf Instagram!